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Carrosserielackierer – ein Beruf mit künstlerischen Aspekten

Wer glaubt, dass sich das Berufsfeld des Autolackierers ausschliesslich auf das Lackieren von Fahrzeugteilen beschränkt, denkt zu kurz. Vielmehr betont dieser Beruf den künstlerischen Aspekt im Umgang mit Farben und wurde nicht zuletzt durch TV-Formate wie die Sendung „Pimp my ride“ des Musiksenders MTV bei der jüngeren Generation zum Trend. Demzufolge ist das Lackieren des Fahrzeugs der letzte Schritt einer Reihe von Arbeitsschritten, bei dem Kreativität und künstlerisches Geschick gefragt ist. Die Nähe zum Graffitikünstler ist gar nicht so weit hergeholt und zeigt sich in der Verwendung computergenerierter Folien beziehungsweise selbst gefertigter Schablonen.

Was sind die Aufgaben eines Carrosserielackierers?

Die Aufgabe eines Carrosserielackierers ist es, die Carrosserien von Fahrzeugen nach einem Unfallschaden oder aufgrund von Abnutzung und Alterung wiederherzustellen. Zu den Fahrzeugen, die von einer Lackiererei bearbeitet werden, gehören zum Beispiel:

  • Nutzfahrzeuge
  • Personenwagen
  • Schienenfahrzeuge
  • Motorräder
  • Boote
  • Flugzeuge

Somit wird jede Fahrzeugoberfläche von einem Carrosserielackierer behandelt und entstandene Lackschäden durch Neu- oder Umlackierungen beseitigt. Infolgedessen sehen die dafür notwendigen Arbeitsschritte oftmals folgendermassen aus:

  • Analyse des Originallacks mithilfe des Farbcodes
  • Aufbereitung der zu lackierenden Fahrzeugoberfläche
  • Berechnung der Lackmenge und Farbmischung
  • Auftragen des Lacks mit einer Spritzpistole

Welche Voraussetzungen muss ich für eine Lehrstelle als Autolackierer erfüllen?

Die Berufswahl des Autolackierers setzt voraus, dass du die Ausbildung in einer obligatorischen Schule mit mittleren beziehungsweise hohen Ansprüchen erfolgreich abgeschlossen hast. Neben diesen schulischen Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, in einer sogenannten Schnupperlehre die eigene Berufswahl zu überprüfen. Allgemein gilt, dass die Anforderungen des Berufes mit folgenden persönlichen Eigenschaften und Vorlieben übereinstimmen sollten:

  • Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit
  • Kreativität und Freude am Gestalten
  • Vorliebe für Farben, Formen, Texturen und Oberflächen
  • handwerkliches Geschick und genaues Arbeiten
  • gute Gesundheit, keine Farbsehstörung, Chemikalienallergie oder Asthma

Welche Ausbildung muss ich für den Beruf des Carrosserielackierers absolvieren?

Die Behandlung von Fahrzeugoberflächen durch den Carrossier erfordert Geschick und eine mehrjährige Ausbildung. Laut der Eidgenössischen Verordnung vom 15.05.2017 beträgt die Dauer der Ausbildung vier Jahre in jedem Kanton der Schweiz. Die schulische Ausbildung erfolgt in einer Berufsfachschule und beträgt einen Tag pro Woche. Die Lehrstelle beziehungsweise die berufliche Praxis findet in einem Autolackierwerk oder einer Firma statt, die ihre Autos in einem staubfreien Bereich selbstständig lackiert. Der Berufsabschluss beinhaltet das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis EFZ für Carrosserielackierer/in. Die fächerübergreifende Lehre setzt sich folgendermassen zusammen:

Berufsbezogene Fächer:

  • Zusammensetzung und Verarbeitung von Beschichtungsstoffen (Basis-, Effekt- und Deckungslacke)
  • Gestaltungs- und Instandsetzungsarbeiten
  • Oberflächenprüfungen
  • Herstellung, Bearbeitung und Behandlung von Oberflächen
  • Farbauftrag, Lackieren
  • Demontage- und Montagearbeiten
  • Erstellen von Beschriftungen, Designs und Effekten

Überbetriebliche Kurse:

  • praktisches Lernen und Üben der beruflichen Grundlagen in einer Firma bzw. einem Meisterbetrieb

Wie hoch ist der Verdienst eines Carrosserielackierers?

Carrosserielackierer arbeiten nach ihrer Lehrstelle zumeist in kleinen oder mittelständischen Autospritzwerken beziehungsweise Carrosseriebetrieben weiter. Nach ihrer Ausbildung verdienen Carrosserielackierer im Durchschnitt 4.750 CHF pro Monat. In der Schweiz erhält über die Hälfte der Autolackierer zwischen 4.200 und 5.444 CHF im Monat. Mit weiteren Zusatzausbildungen kann der Carrosserielackierer einen Job als Schadensexperte für Versicherungen oder als Kundenberater annehmen. Carrosserielackierer/innen sind auf dem freien Markt sehr gefragt.

Welche Prüfungen muss ich in der Lehre zum Carrosserielackierer absolvieren?

Die Ausbildung des Carrosserielackierers wurde gegenüber dem Vorgängerberuf des Autolackierers um ein Jahr erweitert. Die abschliessende Berufsbezeichnung lautet Carrossier/in Lackiererei EFZ. Während der Ausbildung wird das Fachwissen in einer Zwischenprüfung überprüft, gefolgt von einer Abschlussprüfung zum Ende der Lehre. Die Abschlussprüfung besteht zumeist aus zwei Teilen, einer Arbeitsaufgabe in Form eines Kundenauftrags und einem mündlichen Fachgespräch. Ein weiterer Teil der Abschlussprüfung beinhaltet die schriftliche Prüfung in den Fächern, die in der Berufsschule gelehrt wurden.

Wie kann ich mich als Autolackierer weiterbilden?

Als berufliche Weiterbildungsmassnahmen werden den Carrosserielackierern vom Verband Carrosserie Suisse viele Kurse zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um Farblieferanten, Spezialwerkzeughersteller und Angebote der Berufsfachschulen. Es kann nach der Berufsausbildung eine höhere Fachprüfung zum Betriebsleiter/in erfolgen. Akademisch ist es möglich, sich an einer Fachhochschule bei entsprechender Schulbildung zum Bachelor of Science in Automobiltechnik weiterzubilden. Es ist ebenfalls möglich, im Ausland ein Studium zum staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker zu absolvieren. Des Weiteren besteht die Möglichkeit sich zum Schadensexperten/in einer Versicherungsgesellschaft ausbilden zu lassen.

Welche Berufsverhältnisse und Berufe habe ich als Carrosserielackierer in einer Firma zu erwarten?

Berufe wie der Carrosserielackierer beschränken sich nicht allein auf Autospritzwerke und Carrosseriebetriebe, sondern sind in Industriebereichen ebenso gefragt. Hier wird dieser Berufszweig Industrielackierer genannt. Unter den Tipps für kreative und künstlerische Berufe taucht der des Autolackierers regelmässig auf. Hier liegt der Fokus vor allen Dingen auf Grafik, Graffiti und computergenerierten Folien, die das Design eines Fahrzeugs aufwerten. Insofern kann der Lackierer auch Arbeiten in der Rennsportszene und anderen Sportbereichen übernehmen. In der Werbebranche ist der Beruf des Lackierers ebenso gefragt.