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Reifenprofil messen: Welche Profiltiefe ist vorgeschrieben und gibt es Unterschiede zwischen Winter- und Sommerreifen?

In der Schweiz wird für Motorradreifen im Sommer eine Profiltiefe von wenigstens 1,0 Millimeter gefordert. Bei Autoreifen sind es im Sommer 1,6 Millimeter, bei Winterreifen dagegen 4,0 Millimeter. Diese Vorgabe betrifft auch die Profilrillen von Ganzjahresreifen: Winterreifen sind nicht zwingend vorgeschrieben. Vorgeschrieben ist lediglich eine Bereifung, die dir die Beherrschung deines Fahrzeugs in der jeweiligen Situation erlaubt. Wenn du mit Ganzjahresreifen auf Schnee ausreichend Grip auf der Fahrbahn hast, ist das in Ordnung. Aber wie sieht so eine Messung der Profiltiefe aus? Idealerweise untersuchst du die Lauffläche deiner Winter- und Sommerreifen jeweils beim Reifenwechsel.

1. Für Winterreifen und Sommerreifen oder für Ganzjahresreifen entscheiden

Der Wechsel zwischen Winter- und Sommerreifen ist in der Tat empfehlenswert. Denn die Ganzjahresreifen sind weder für den Winter, noch für den Sommer ideal – sie sind ein Kompromiss, ganzjährig fahrbar, aber eben doch nur ein ganzjähriger Kompromiss. Wechselst du die Reifen zweimal jährlich, ist das besser. Deine Reifen sind dann langlebiger, und natürlich überprüfst du beim Wechsel die Laufflächen auf Schäden und misst die Tiefe der Profilrillen. Alternativ lässt du das in der Garage machen. Dann gehört die Messung der Profiltiefe zum Service.

2. Neue Autoreifen aufziehen oder Kompletträder mit Felgen wechseln

Hier wird üblicherweise die zweite Option empfohlen. Das hat mehrere Gründe:

  • Beim Beziehen der Felgen leidet das Material, schnellerer Verschleiss ist die Folge.
  • Die Arbeiten sind komplexer und erfordern sehr spezielles Werkzeug, müssen also zwingend in der Werkstatt gemacht werden.
  • Ein Reifenwechsel ist kostenintensiver als der Austausch von Kompletträdern, den du zu Hause vornimmst.

3. Vorbereitungen einleiten

Die Vorbereitungen für den nächsten Wechsel von Sommer- auf Winterreifen oder umgekehrt beginnen dann, wenn du den vorherigen Satz Räder abnimmst und einlagerst. Die Felgen und Reifen sollten möglichst sauber sein, das Material muss an einem trockenen, gleichmässig mild temperierten Ort ohne zu viel Staubentwicklung gelagert werden. Keller oder Dachboden bieten sich an, aber es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten. Ausserdem solltest du markieren, welcher Reifen wo am Wagen angebracht war (VR für vorne rechts, HL für hinten links und so weiter). Bevor du nun im Frühjahr oder im Herbst deinen Wagenheber ansetzt, kontrollierst du die eingelagerten Reifen auf Schäden. Lege ausserdem Werkzeug und Wagenheber bereit.

4. Reifen auf Schäden überprüfen

Sieh dir zuerst die Laufflächen an. Manchmal sind die Reifen an einem Rand weiter abgefahren als an den anderen Rändern. Das kann an einer falschen Achseinstellung liegen, an einem zu niedrigen Luftdruck oder an anderen Gründen. Willst du deine Reifen nicht durch neue ersetzen, solltest du den Sachverhalt in der Garage überprüfen lassen. Die Sichtprüfung auf Schäden wird übrigens auch in der Werkstatt übernommen, zusammen mit der Reifenreinigung und dem Auswuchten der Räder. Ebenfalls wichtig zu wissen: Die Reifen an der Antriebsachse verschleissen meist schneller. Alle 10.000 Kilometer bis 15.000 Kilometer solltest du also gegebenenfalls die Achsen tauschen. Das heisst:

  • Die Reifen von vorne rechts kommen nach hinten rechts.
  • Die Reifen von vorne links kommen nach hinten links.
  • Die Reifen von hinten rechts kommen nach vorne rechts.
  • Die Reifen von hinten links kommen nach vorne links.

5. Profiltiefe ermitteln

Die Profiltiefe misst du immer in der Mitte der Lauffläche. Hier liegt der Reifen hauptsächlich auf der Fahrbahn auf. Die vier Räder nutzen sich aber nicht gleichmässig ab, daher solltest du an verschiedenen Stellen messen. Wie? Ganz einfach:

  • Mit dem mechanischen Profiltiefenmesser: Halte das Messstäbchen in das Reifenprofil. Lies den Wert ab.
  • Mit dem digitalen Profiltiefenmesser: Halte das Messstäbchen in das Reifenprofil und lies den Wert auf dem LCD-Display ab.
  • Per Lasertriangulation: Das ist die Option in der Werkstatt. Im Boden ist ein Messgerät verbaut. Das Fahrzeug wird darüber gerollt. Das Gerät ermittelt die Profiltiefe automatisch. Besonderes Plus: Fehler in den Sturz- und Spureinstellungen werden auch noch erkannt.

6. Profiltiefe ohne Gerät messen

Du hast kein Gerät zur Messung der Profiltiefe zur Hand, weder aus den digitalen Kategorien, noch aus dem mechanischen Bereich. Das ist aber kein Grund, die Profiltiefe nicht zu kontrollieren! Es gibt noch drei Möglichkeiten, wie du messen kannst – und die sind wirklich Low-Tech:

  • Miss mit einem Lineal. Achte darauf, dass das Lineal am äussersten Rand wirklich bei „Null“ beginnt und nicht noch ein paar Millimeter Vorlauf hat.
  • Hast du einen Zollstock zur Hand? Super – damit kannst du die Profiltiefe auch messen.
  • Wenn gar kein Messgerät da ist, auch kein einfaches Zeichenlineal, nimmst du eine 2-Franken-Münze. Der Sockel, auf dem die Helvetia steht, ist vier Millimeter vom Münzrand entfernt. Siehst du ihn nicht, ist das Reifenprofil ausreichend.

7. Wie viele Reifen werden bei zu wenig Profil erneuert?

Idealerweise ersetzt du natürlich immer den kompletten Reifensatz. Das geht aber auf die Dauer ins Geld, wenn immer nur ein oder zwei Reifen wirklich abgefahren sind. Sollte der Verschleiss sehr ungleichmässig sein, lass in der Garage überprüfen, warum das so ist. Willst du nicht alle vier Reifen auf einmal ersetzen, solltest du aus Sicherheitsgründen immer die Reifen einer Achse austauschen. Also beide Reifen vorne oder beide Reifen hinten. Ersetze niemals einzelne Reifen!

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