Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Finde die besten Garagisten in deiner Nähe
>
Ratgeber-Übersicht
>
Bremsflüssigkeit wechseln – Schritt für Schritt erklärt

Bremsflüssigkeit wechseln – Schritt für Schritt erklärt

Alle zwei Jahre einen Bremsflüssigkeitswechsel durchführen – so lautet die allgemein bekannte Empfehlung vieler Autoexperten. Aus gutem Grund: Bremsflüssigkeit ist für ihre besonders hygroskopische Eigenschaft bekannt. Das heisst, die Bremsflüssigkeit nimmt Wasser auf und löst es wieder. Als Folge kommt es bei Überhitzung zu einer Bläschenbildung und die Bremskraft nimmt ab. Lies im Folgenden, wie du Schritt für Schritt deine Bremsflüssigkeit wechselst und damit die Bremskraft des Fahrzeugs erhältst.

1. Passende Bremsflüssigkeit auswählen

Wähle zunächst das passende Produkt, um die Bremsflüssigkeit zu wechseln. Wichtig: Bevor du dich entscheidest, frage in der Autowerkstatt oder im Fachhandel für Autozubehör nach, ob ein bestimmtes Produkt mit deinem Fahrzeug kompatibel ist, um Schäden in der Bremsanlage zu vermeiden. Folgende Klassifikationen für Bremsflüssigkeiten findest du heute auf dem Markt:

  • DOT 3: Bremsflüssigkeit, die (häufig) bei älteren Fahrzeugen Verwendung findet.
  • DOT 4: Produkte mit der Bezeichnung DOT 4 eignen sich für aktuelle Fahrzeugmodelle. Wenn du ein Fahrzeug mit einem elektronischen Bremssystem fährst, achte auf Produktbezeichnungen wie DOT 4 Pro oder DOT 4 Plus.
  • DOT 5: Auf dem amerikanischen Markt kommt oft die Flüssigkeit mit der Bezeichnung DOT 5 vor. Sie basiert auf Silikon.
  • DOT 5.1: Hierbei handelt es sich um eine Bremsflüssigkeit auf mineralischer Basis. Sie eignet sich für Fahrzeuge, die auch Produkte mit DOT 3 und 4 benötigen sowie für Rennfahrzeuge, weil diese Flüssigkeit für extreme Bedingungen gemacht ist.

Bei dem Begriff DOT handelt es sich um eine amerikanische Bezeichnung für das Verkehrsministerium – Department Of Transportation.

2. Bremsflüssigkeitswechsel ausreichend vorbereiten

Hast du die passende Bremsflüssigkeit gefunden, bereitest du im nächsten Schritt das Werkzeug und deine Schützausrüstung vor. Du benötigst:

  • Gummihandschuhe
  • Lappen
  • säureresistenten Behälter (oder ein Glas) mit etwas Bremsflüssigkeit
  • gegebenenfalls Schraubendreher
  • Schlauch (transparent, passend für das Entlüftungsventil)
  • Einwegspritze (Apotheke) oder spezielles Zubehör zum Absaugen der alten Flüssigkeit aus dem Fachhandel

3. Alte Bremsflüssigkeit aus dem Behälter entfernen

Öffne den Behälter mit der Bremsflüssigkeit im Auto. Dafür löst du entweder die kleinen Schrauben am Behälter oder du drehst das Gewinde ab. Lässt du die alte Flüssigkeit nicht über die Randbremszylinder ab, saugst du sie mit der Spritze ab. Entscheidest du dich für den Bremsflüssigkeitswechsel in einer Werkstatt, kommt an dieser Stelle ausserdem Druckluft zum Einsatz, um mögliche Rückstände auszublasen.

4. Behälter mit Bremsflüssigkeit befüllen und Autobremsen entlüften

Damit das Bremssystem tadellos funktioniert, ist eine vollständige Entlüftung beim Wechseln der Bremsflüssigkeit notwendig. Fülle den Behälter (zu mindestens drei Vierteln) mit neuer Bremsflüssigkeit auf. Tipp: Berücksichtige immer die Anweisungen des Produktherstellers, wenn du die Flüssigkeit nachfüllst.

Dann geht es an die Entlüftung der Bremsen und dafür benötigst du Hilfe: Beim Entlüften betätigt dein Helfer das Bremspedal, bis er einen Bremsdruck spürt. Jetzt hält er das Bremspedal durchgedrückt. Öffne immer zuerst das Ventil, das am weitesten vom Bremspedal entfernt liegt. Es läuft etwas Flüssigkeit ab. Entweicht danach der Druck, fällt das Bremspedal. Schliesse das Ventil, sobald das Pedal fast unten ist. Diesen Vorgang wiederholst du an allen Zylindern. Sobald du im transparenten Schlauch keine Bläschen mehr siehst, beendest du den Entlüftungsvorgang.

5. Bremsflüssigkeit nach dem Entlüften auffüllen und Kappe verschliessen

Ist der Entlüftungsvorgang beendet, drehst du vorsichtig die jeweiligen Schrauben wieder zu. Setze sodann die Gummikappe auf. Im letzten Schritt befüllst du den Behälter für die Bremsflüssigkeit mit frischer Flüssigkeit. Achte darauf, dass du nicht zu wenig oder zu viel Bremsflüssigkeit hineinfüllst. Es gilt: Im Idealfall erreichst du die höchste Markierung (Maximalstand), damit sich später keine Luft im Vorratsbehälter staut.

6. Alte Flüssigkeit fachgerecht entsorgen

Nach dem Wechsel der Bremsflüssigkeit musst du das alte Produkt im Sondermüll entsorgen. Wichtig ist, dass du die Flüssigkeit nicht im Hausmüll, in der Toilette oder im Küchenabfluss entsorgst. Der Grund: Bremsflüssigkeit gilt als umweltschädigend, sodass dir ein Bussgeld droht, wenn du alte Flüssigkeit zu Hause wegschüttest. Folgende Möglichkeiten stehen dir für die Entsorgung zur Verfügung:

  • Wertstoffhof: Suche eine örtliche Sammelstelle auf. In der Regel zahlst du dafür nichts, wenn es sich um eine haushaltsübliche Menge handelt. Wertstoffhöfe entsorgen den Sondermüll anschliessend.
  • Autowerkstatt: Frage in der Werkstatt nach, wo du die Bremsflüssigkeit kaufst. Einige Autowerkstätten nehmen die alte Bremsflüssigkeit an und entsorgen sie fachgerecht.
  • Fachhandel, Tankstelle: Bist du auf der Suche nach Bremsflüssigkeit im Fachhandel für Autoteile und Zubehörgeräte oder in einer Tankstelle, fragst du am besten nach, ob du dort deinen Sondermüll abgeben kannst. Viele Händler, die Bremsflüssigkeit im Sortiment führen, bieten diesen Service an.

7. Bei Auffälligkeiten nach dem Wechsel, etwa beim Betätigen des Bremspedals: eine Autowerkstatt kontaktieren

Nach dem Wechsel der Bremsflüssigkeit geht es daran, deine Bremsanlage zu testen. Wichtig ist, dass dein Bremspedal sich problemlos durchdrücken lässt und die Bremskraft dabei ausreichend stark ist. Im Zweifelsfall suchst du eine Autowerkstatt für den kompletten Wechsel der Bremsflüssigkeit auf und lässt die Bremsen gleich testen. Denn schliesslich gilt: Die Bremsen eines Fahrzeugs müssen im Strassenverkehr einwandfrei funktionieren, da Schäden an Bremsbelägen oder an Bremsscheiben ein immenses Risiko darstellen.

Der Garagevergleich für die Schweiz. Finde die besten Garagisten in deiner Nähe - mit Preisen und Bewertungen!

Das könnte dich auch interessieren

Felgen folieren: Top Tuning Tipps für Eilige

Du möchtest deinen Felgen einen neuen Look verpassen, hast aber keine Lust auf mühselige Schleifarbeiten? Dann solltest du deine Felgen folieren anstelle sie zu lackieren. Früher war das Aufbringen von Folie auf Autofelgen noch Präzisionsarbeit. Sie gehörte zum Handwerk der Autospenglereien. Durch die Entwicklung innovativer Nanotechnologien haben neue Versiegler den Tuningmarkt erobert: Sprühfolien in verschiedenen Farben, die auch von weniger geübten Anwendern aufgebracht werden können. Hier findest du unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Felgen Folieren und weitere Tipps zum Thema.

Das Zündkerzenbild hilft, eventuelle Fehler im Motor zu ermitteln

Ein Blick auf das Kerzengesicht zeigt, ob die Zündung in Ordnung ist. Wenn du dich mit den typischen Zündkerzenbildern auskennst, kannst du selbst feststellen, ob das Gemisch des Vergasers stimmt. Nur bei der richtigen Auswahl der Zündkerzen sind die optimale Verbrennung und der korrekte Wärmewert sichergestellt. Für den einwandfreien Start der Motoren von Autos, Motorrädern und Rollern lohnt es sich also, die typischen Bilder der Zündkerzen kennenzulernen. So findest du schnell heraus, ob der Zustand der Zündkerze in Ordnung ist. Bei Bedarf wechselst du die Zündkerze einfach aus.

Alufelgen reparieren: Tipps für die Reparatur der Schmuckstücke des Autos

Auf Hochglanz poliert und mit schönen Lackierungen sind Alufelgen der ganze Stolz zahlreicher Autoliebhaber – für viele sind sie ein Statussymbol und das „Schmuckstück“ ihres Fahrzeugs. Umso wichtiger ist da eine Reparatur, wenn die Alufelgen Kratzer oder Dellen aufweisen. Wie du deine hochwertigen Felgen selbst reparieren kannst, erfährst du in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung in unserem Ratgeber. Ausserdem erklären wir dir, wann sich ein Werkstattbesuch lohnt und wann eine Reparatur oder Aufbereitung nicht mehr möglich ist.