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Reifenprofil Schweiz: In Sommer und Winter sicher unterwegs

Reifenprofil Schweiz: In Sommer und Winter sicher unterwegs

Eine Fahrt bei herrlichem Sonnenschein auf der A2 nach Süden ist purer Fahrgenuss. Plötzlich kommt wie aus dem Nichts ein kräftiger Regenschauer. Du siehst nur eine Gischt und sicherheitshalber bremst du. Nichts passiert, du trittst hektisch dein Bremspedal durch. ABS und ESP versuchen, die Lage in den Griff zu bekommen. Doch dein Fahrzeug wird kaum langsamer – du hast zu wenig Profil auf den Autoreifen. Sie haben den Kontakt zum Asphalt verloren. Noch gefährlicher ist ein geringes Reifenprofil im Winter. Wissenswertes und Tipps zu den Bestimmungen zum Reifenprofil in der Schweiz, zur Profiltiefe und zu den Einflussfaktoren erhältst du hier.

Welche Mindestprofiltiefe ist in der Schweiz für Sommerreifen vorgeschrieben?

Gesetzlich vorgeschrieben ist in der Schweiz ein Reifenprofil von mindestens 1,6 Millimetern für Sommerreifen. Dabei unterscheiden die Eidgenossen nicht zwischen Autoreifen, Motorradreifen oder Reifen für Mopeds. Ausnahmen gibt es nur für:

  • dreirädrige Kleinmotorräder
  • Klein- und dreirädrige Motorfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometer
  • Motorwagen, Traktoren und Anhänger mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometer

Hier darf die Profiltiefe 1,6 Millimeter unterschreiten. Auf der ganzen Lauffläche der Sommerreifen sollte jedoch Profil vorhanden und das Gewebe nicht blossgelegt sein.

Warum sind Winterreifen mit höherem Reifenprofil in der Schweiz sinnvoll?

In der Schweiz gibt es keine Winterreifenpflicht oder Schneekettenpflicht. Selbst für Winterpneus gilt eine Profiltiefe von 1,6 Millimetern, auch für Motorradreifen. Allerdings empfehlen Experten aus Sicherheitsgründen bei Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern. Damit verlängert sich der Bremsweg nicht unnötig und Aquaplaning wird nicht zur unkalkulierbaren Gefahr. Die fehlende Winterreifenpflicht bedeutet jedoch nicht, dass Autofahrer komplett auf Winterreifen verzichten können. Gemäss Strassenverkehrsgesetz (SVG) muss der Fahrzeuglenker sein Fahrzeug bei Schnee und Glätte sicher beherrschen. Wenn du nicht in hochalpinem Gebiet mit viel Schnee unterwegs bist, sind Ganzjahresreifen eine Alternative. Achte hierbei auf das Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke). Ob Winter- oder Ganzjahresreifen, entscheidend sind die richtigen Reifengrössen und die passenden Felgen.

Wie messe ich die Profiltiefe meiner Reifen?

Hast du deine Autoreifen in einer Autogarage eingelagert, kümmert sich das Fachpersonal um die Profiltiefe. Bei privater Einlagerung solltest du sie vor dem Reifenwechsel selbst überprüfen. Auf folgender Weise kannst du die Profiltiefe ermitteln:

  1. Reifenverschleissanzeige (TWI), wenn vorhanden
  2. Profiltiefenmesser (mechanisch oder digital)
  3. Zwei-Franken-Münze (nicht sichtbarer Sockel der Helvetia)
  4. Lasertriangulation in der Autogarage

Welche Auswirkungen hat das Auswuchten beim Aufziehen auf Felgen auf das Reifenprofil?

Im Frühling und Herbst wechselst du deine Reifen oder Kompletträder. Beim Reifenwechsel zieht die Autogarage die saisonalen Autoreifen auf die Felgen. Das ist wesentlich aufwändiger und teurer als ein Radwechsel. Zudem strapaziert ein Reifenwechsel die Reifengummis und verkürzt die Lebensdauer der Reifen zusätzlich. Wichtig beim Radwechsel ist das regelmässige Auswuchten. Dadurch wird eine Unwucht der Rotationsachse ausgeglichen, die zu einseitiger Abnutzung des Reifenprofils führt. Auswuchten trägt zur Fahrsicherheit, längeren Lebensdauer der Reifen und zum Fahrkomfort bei.

Was beeinflusst das Reifenprofil negativ?

Spulst du jährlich viele Kilometer in der Schweiz ab, nutzen sich deine Reifen schnell ab. Doch es gibt zahlreiche weitere Faktoren, die einen Verschleiss der Reifen begünstigen, wie:

  • falscher Reifendruck (zu hoch oder zu niedrig)
  • Spurfehler (ungleichmässige Abnutzung der Vorder- oder Hinterradreifen)
  • schlechte Auswuchtung
  • sportlicher Fahrstil mit vielen Brems- und Beschleunigungsvorgängen
  • hohe Zuladung
  • Strassenoberfläche (auf Schotter verringert sich das Reifenprofil schneller als auf Asphalt)
  • Winterreifen im Sommer (die weiche Gummimischung nutzt sich auf heissen Strassen schnell ab)

Wieso soll ich alte Autoreifen trotz ausreichendem Reifenprofil austauschen?

Die Profiltiefe deines Reifens ist ein Indikator, wann es Zeit ist für einen Wechsel ist. Allerdings gibt es mehrere Fragen, die einen Reifenwechsel nahelegen. Auch das Alter der Reifen spielt eine grosse Rolle. Mit der Zeit härtet die Gummimischung aus und wird spröde. Das hat negative Auswirkungen auf sicherheitsrelevante Eigenschaften der Reifen, insbesondere das Verhalten bei Nässe. Daher ist es ratsam, achtjährige Reifen auszutauschen, auch wenn sie noch ausreichend Profil haben. Wer einen Wohnwagen oder Wohnmobil hat, kennt das Problem. Das Alter deines Reifens erkennst du ganz einfach an der DOT-Nummer auf dem Reifen. Dabei bezeichnen die ersten beiden Ziffern die Produktionswoche und die letzten beiden Ziffern das Produktionsjahr. Steht auf deinem Reifen DOT0818, stammt er aus der Woche 08 im Jahr 2018. Im Übrigen gelten bis zu drei Jahre alte Reifen als neu. Es lohnt sich also auch beim Reifenkauf, darauf zu achten.

Worauf muss ich mich mit einem abgefahrenen Reifenprofil in der Schweiz einstellen?

Bist du in der Schweiz mit einem Reifenprofil unter 1,6 Millimetern unterwegs, begehst du eine Ordnungswidrigkeit. Im günstigsten Fall, wenn du keinen Unfall verursacht hast, kommst du mit einer happigen Busse davon. Gefährdest du allerdings andere Verkehrsteilnehmer, kann die Polizei deinen Führerausweis einziehen. Unter Umständen leiten die Behörden sogar ein Strafverfahren ein. Das gilt auch für ungenügende Winterbereifung. Zudem kann dir deine Versicherung bei einem Schaden die Leistung kürzen. Am Reifenprofil zu sparen oder mit falscher Bereifung in der Schweiz unterwegs zu sein, kann dich teuer zu stehen kommen.

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