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Behinderten-Fahrzeuge: Wie sieht Mobilität für Menschen mit Handicap aus?

Behinderten-Fahrzeuge: Wie sieht Mobilität für Menschen mit Handicap aus?

Die Serienanfertigung der meisten Autos ist für Rollstuhlfahrer und Menschen mit anderen Handicaps oft nicht nutzbar. Zu unflexibel, zu starr sind die Konstruktionen. Häufig benötigen Rollstuhlfahrer Umbauten und nicht erst dann, wenn sie selbst Auto fahren, sondern bereits in der Fahrschule. Autofahren lernen mit einer Behinderung ist eine Erfahrung für sich, denn selbstverständlich kann nicht jeder Fahrlehrer damit umgehen und nicht jede Schule verfügt über entsprechend umgebaute Autos. Welche Unternehmen machen solche Umbauten? Wo lagert man im Auto Rollstühle? Und was ist mit den Kleinbussen und Bussen, in denen viele Menschen fahren?

Welche Autos nutzen Menschen mit Behinderung?

Menschen mit Handicap nutzen sowohl Neuwagen als auch Gebrauchtwagen und Occasionen. Die Wagen werden von spezialisierten Unternehmen behindertengerecht umgebaut. Zum Service der Werkstätten gehören neben den Umbauten auch die vorhergehenden Beratungen, insbesondere für Rollstuhlfahrer und Rollstuhlfahrerinnen:

  • Soll es ein gebrauchtes Fahrzeug sein?
  • Wird eine Verladehilfe benötigt?
  • Soll der Wagen mit einer Rampe oder einem Kofferraumlift ausgestattet sein?
  • Welche Umbauten sind sonst noch gewünscht oder sinnvoll?
  • Gibt es finanzielle Hilfen für die Anschaffung?
  • Welche Kosten können erstattet werden, welche nicht? Die Antragstellung für finanzielle Hilfen wird ebenfalls durch die Werkstätten begleitet.

Wie funktioniert Mobilität mit Handicap?

Mobilität mit Handicap kann viele Formen annehmen. Vielleicht ist dein Handicap so ausgeprägt, dass du mit kleineren Umbauten am Fahrzeug den Fahrersitz selbst besetzen kannst. In diesem Fall brauchst du eine Fahrschule, um deine Fahrerlaubnis zu erlangen, sowie ein auf deine Bedürfnisse umgebautes Fahrzeug. Vielleicht kannst du aber auch gar nicht selbst fahren, weil die Muskelkontrolle fehlt oder andere Gründe dagegen sprechen. Dann benötigst du einen Fahrer oder eine Fahrerin sowie einen Wagen, in dem du mitsamt deiner individuellen Mobilitätshilfe mitfahren kannst.

Mobilität kann für Menschen mit Handicap aber auch bedeuten, dass sie anstelle einer persönlichen Fahrassistenz einen entsprechenden Transportservice in Anspruch nehmen. Wenn du beispielsweise von einem Fahrdienst für die Schule oder die Ausbildung in einem spezialisierten Betrieb abgeholt und nach Hause gebracht wirst, ist in der Regel ein Bus mit den entsprechenden Fahrzeugumbauten für den Transport von mehreren Rollstühlen im Einsatz. Menschen mit Handicap sind nicht zwangsläufig in ihrer Mobilität eingeschränkt. Mobilität sieht für sie nur etwas anders aus.

Wie funktioniert das mit dem Rollstuhl im Auto?

Es gibt tatsächlich verschiedene Möglichkeiten. Der Rollstuhl kann so klein und leicht ausfallen, dass du ihn selbst zusammenklappst und im Wagen verräumst, nachdem du eingestiegen bist. Dann ist der Fahrersitz deines Wagens entsprechend umgebaut und du hast eine grosse Verladetür in Reichweite. Meist ist innen im Wagen noch eine Verladevorrichtung angebracht, die dir beim verkehrssicheren Verstauen deines Rollstuhls hilft. Vielleicht bist du aber auch auf Assistenz angewiesen. Dann wird deine Assistenz den Rollstuhl für dich hinten im Wagen verstauen und ist ohnehin immer dabei, um dich bestmöglich zu unterstützen. Wer nicht selbst fährt, kann möglicherweise im Rollstuhl im Wagen mitgenommen werden. Dann wird der Rollstuhl über eine Rampe oder Hebebühne in den Wagen gebracht und dort gesichert.

Was müssen behinderte Menschen tun, um selbst Autofahren zu dürfen?

Du brauchst einen Führerschein und einen Wagen, den du trotz Handicap bedienen kannst – das ist alles. Auf dem Weg zur Fahrerlaubnis begleitet dich vielleicht die Stiftung MyHandicap oder eine andere Organisation mit

  • Informationen zu den nötigen Formalitäten zum Erlangen einer Fahrerlaubnis,
  • Hinweisen auf Fahrschulen, die sich auf die Ausbildung von Fahrschülerinnen und Fahrschülern mit Handicap spezialisiert haben
  • und zahlreichen weiteren nützlichen Informationen.

Wo kaufen Menschen mit Behinderung ihren Neuwagen?

Ob Neuwagen, Gebrauchtwagen oder Occasionen: Menschen mit Handicap finden ihre Autos nicht einfach beim lokalen Autohändler. Sie benötigen normalerweise Umbauten, die speziell auf ihr Handicap ausgerichtet sind, und darauf haben sich einige Firmen in der Schweiz spezialisiert. Dort sind bereits umgebaute Fahrzeuge erhältlich, aber selbstverständlich können auch Serienmodelle neu erworben und individualisiert werden. Was sinnvoller, kostengünstiger oder einfacher ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Für die speziellen Fahrzeuge gibt es übrigens Zuschüsse: Die Invalidenversicherung übernimmt unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für den Umbau. Für den Neukauf von Wagen gibt es teilweise Rabatt. Informationen dazu geben diese Organisationen heraus:

  • Procan
  • Pro Infirmis
  • Stiftung Cerebral
  • Schweizer Paraplegiker-Vereinigung
  • Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft

Haben Behinderten-Fahrzeuge immer eine Hebebühne?

Nein, denn nicht jeder Mensch mit Behinderung muss in seinem Rollstuhl in den Wagen verladen werden. Es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten, Autos für Menschen mit Behinderung nutzbar zu machen.

Welche Fahrzeugumbauten braucht ein Wagen für Menschen mit Handicap?

Welche Umbauten für dich interessant sind, hängt von deinem Handicap ab. Behinderungen, die die Nutzung eines Serienmodells schwierig oder unmöglich machen, reichen von verkürzten oder nicht vorhandenen Gliedmassen über Lähmungen bis zu schlicht anders angeordneten Gliedmassen. Ein ärztliches Attest bescheinigt dir, dass du mit deinem ganz individuellen Körperbau in der Lage bist, aktiv am Strassenverkehr teilzunehmen. Das auf deine Bedürfnisse zugeschnittene Fahrzeug muss während der Fahrausbildung von der Fahrschule zur Verfügung gestellt werden. Hast du die Fahrerlaubnis erlangt, kaufst du selbst ein Auto, das an deine Bedürfnisse angepasst ist. Denkbar sind Umbauten wie:

  • Einstiegshilfen
  • Verladehilfen
  • Fahrhilfen
  • Bedienhilfen
  • Heckeinsteiger

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